Fog of Love | Kennerspiel | ab 17 Jahren | 2 Spielende | 60-120 Minuten | Jacob Jaskov| Pegasus
Schon beim Computerspiel Sims habe ich es geliebt, virtuelle Menschen zu erstellen und diese als Paare zusammen leben zu lassen. Der erste Kuss, die erste Beziehung, das Zusammenziehen. Ich fand das wahnsinnig spannend und aufregend. Fog of Love möchte genau so einen romantischen Verlauf zwischen 2 Menschen in Form eines Brettspiels bieten. Ob mir das gefallen hat, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Das Spiel Fog of Love von Jacob Jaskov ist ein Kennerspiel und bei Pegasus erschienen. Es ist für 2 Spielende geeignet und kann ab 17 Jahren gespielt werden.
Eine Partie dauert zwischen 60 bis 120 Minuten. Ziel des Spiels ist es, am Ende einer Partie die eigenen Bedürfnisse mithilfe von Kartenausspielen erfüllt zu haben und dabei gleichzeitig kooperativ die Beziehung am Laufen gehalten zu haben.
Zu Beginn sucht man sich eine von vier möglichen Liebesgeschichten aus. Erwähnenswert ist, dass es einen Einstiegs-/Tutorialfall gibt, der in die Spielmechaniken einführt. Dann erstellt jede:r der Mitspielenden einen eigenen fiktiven Charakter.
Es müssen drei von fünf Wesenszügen sowie einer von drei möglichen Berufen ausgewählt werden. Das Äußere wird durch die Auswahl des Mitspielenden bestimmt, der dafür auch drei von fünf Karten wählt. Hier beginnt dann schon so eine Art Rollenspiel, denn abwechselnd werden die Karten beim Mitspielenden angelegt und dabei soll geschildert werden, was einem selbst bei dem:der Partner:in aufgefallen ist. Davon abhängig werden dann die Persönlichkeitsmarker auf die Felder der Persönlichkeitsaspekte platziert. Von diesen gibt es insgesamt 6 Leisten mit unterschiedlichen Ausprägungen. Ist ein Charakter, was die Gewissenhaftigkeit angeht organisiert, dann kann er:sie nicht gleichzeitig unorganisiert sein. Das heißt einige Ausprägungen der Merkmale schließen sich gegenseitig aus.

Kernmechanismus des Spiels ist es dann, abwechselnd eine der fünf Szenenkarten, die man auf der Hand hat auszuspielen. Anschließend wird wieder eine Karte von einem der 3 Nachziehstapel nachgezogen. Diese Nachziehstapel sind in drei Kartenkategorien aufgeteilt. Beim Ausspielen einer Szenenkarten wird angegeben, von welchem der drei Stapel nachgezogen werden muss.
Die Szenenkarten sind entweder Momente, die die Beziehung ausmachen oder Geheimnisse, die verdeckt ausgespielt werden müssen. Geheimnisse können am Ende des Spiels Punkte bringen. Sollten sie allerdings vorher aufgedeckt werden, kann das unangenehme Folgen haben. In den meisten Fällen führen die Szenenkarten dazu, dass eine:r der beiden Partner:innen oder sogar beide, eine Entscheidung treffen müssen.
Die Möglichkeiten können die Persönlichkeitsaspekte verändern. Zum Antworten legen die Spielenden ihre Pokerchips mit dem Antwortsbuchstaben verdeckt aus. Abhängig vom Ausgang der Entscheidung werden dann Persönlichkeitsmarker ausgelegt, die Zufriedenheit der Charaktere gesteigert oder gesenkt oder andere Konsequenzen treten ein. Im Verlauf des Spiels entwickeln sich die Szenenkarten weiter. Während zu Beginn vor allem lustige und leichte Szenen ausgespielt werden, wandeln sie sich zum Ende hin in dramatische Szenen, die mit schwereren Entscheidungen einhergehen.

Die drei zu Beginn ausgewählten Wesenszüge geben für das gesamte Spiel vor, welche Persönlichkeitsaspekte erfüllt werden müssen. Das kann entweder den Charakter allein, aber auch beide Partner:innen betreffen. Spätestens im Finale bei der Auswertung hat das dann Auswirkung auf die persönliche Zufriedenheit der Charaktere.
Die Zufriedenheit wiederum bestimmt in Kombination mit den Persönlichkeitsaspekten darüber, ob die Bestimmung der Beziehung erfüllt wurde. Diese Bestimmung wird im Verlauf des Spiels von jedem:r Spielenden gewählt. Damit beide Seiten am Ende glücklich sind, müssen die Bestimmungen der Partner:innen kompatibel sein und die gegenseitigen Bedürfnisse erfüllen.

Die Bestimmungskarten werden im Verlauf des Spiels mehr und somit bekommt man mehr Abwechslung. Während eines Spiels kann es durchaus dazu kommen, dass die aktuelle Bestimmung durch Ereignisse abgeworfen werden muss. Das verändert dann die gesamte Ausgangslage. Deshalb muss die Bestimmung immer wieder mit der Zufriedenheit, den eigenen Persönlichkeitsaspekten sowie der vermuteten Bestimmung des:der Partner:in abgeglichen und gegebenenfalls versucht, verändert zu werden.
Eine Liebesgeschichte ist in mehrere Kapitel untergliedert. Jedes Kapitel setzt sich aus einer bestimmten Anzahl an Szenen zusammen. Wurden alle Kapitel gespielt, mündet das Spiel ins große Finale, in dem dann die Schlusswertung beginnt. In dieser wird wie oben schon erwähnt überprüft welche der eigenen drei Wesenszüge (alias Bedürfnisse) erfüllt werden konnten und dementsprechend die Zufriedenheit angepasst. Dann wird überprüft ob die gewählte Bestimmung erfüllt werden konnte und die Beziehung eine Zukunft hat.
Fazit
Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht so ganz, was meine endgültige Meinung zu Fog of Love ist. Das Konzept, die Idee, auch die Idee als solche fand und finde ich nach wie vor spannend. Es macht Spaß, neue Charaktere zu entwickeln und sie eine Liebesgeschichte erleben zu lassen, in der das Gegenüber dynamisch reagiert. Ich habe früher auch gerne die Sims als Computerspiel gespielt und dabei Beziehungen nachgeahmt. Hier spielt jetzt aber eine reale Person mit mir und das macht das Ganze spannender. Leider finde ich aber, dass viele der Szenen unlogische Konsequenzen zur Folge haben. Außerdem muss man wirklich aktiv darauf achten, aus dem Spiel kein einfaches Sammeln von Symbolen und Ausprägungen zu machen, sondern das Erlebnis voll und ganz in den Vordergrund zu stellen.
Wenn man sich darauf dann allerdings einlassen kann, dann bietet Fog of Love ein außergewöhnliches Erlebnis. Nach einigen Partien kennt man aber viele der Karten, wodurch der Witz und die Spannung ein wenig verloren geht. Häufig wird Fog of Love deshalb nicht mehr seinen Weg auf unseren Spieletisch finden, ich bin dennoch froh, die Erfahrung mal gemacht haben zu dürfen.
Bewertung/Test
+ schönes Design
+ hochwertiges Spielmaterial & Inlay
+ Tutorial-Fall
+ Möglichkeit gleichgeschlechtliche Beziehungen nachzuspielen
+ sehr kommunikatives Spiel
– Spielziel nicht von Anfang an klar
– Spielerlebnis abhängig von „Rollenspiel“/Schauspielfähigkeit der Mitspielenden
– wenn man gewinnen möchte, spielt sich das ganze weniger thematisch sondern mehr mechanisch
– schlecht gestaltete Anleitung (schwer zu lesen)
(Eine Rezension von Sarah E.)
Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)
Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kennerspiel”
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... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
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... Altersgruppe 50 bis 70 Jahre
-
... Altersgruppe ab 71 Jahre
Fog of Love (2017)
Spielidee: Jacob Jaskov
Grafik: Cecilie Fossheim, Mike Hojgraad, Lotte M. Klixbüll Jaskov, Jens Wiese
Verlag: Pegasus
Anzahl der Spielenden: 2 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 16 Jahren
Spieldauer: 60-120 Minuten
Generationentauglichkeit: Nein. Das Thema des Spiels ist frühestens ab Teenageralter geeignet. Außerdem ist die Anleitung so schlecht gestaltet, dass Menschen mit Seheinschränkungen Schwierigkeiten kriegen.