Andor zu Zweit? – Die Legenden von Andor: Chada & Thorn von Kosmos (Rezension)

Die Legenden von Andor: Chada & Thorn | 2-Personen-Spiel | ab 10 Jahren | Gerhard Hecht | Kosmos

Die Legenden von Andor waren mein persönlicher Einstieg in das Brettspiel-Hobby. Natürlich habe ich vorher immer mal wieder Dinge wie Mensch Ärger dich nicht, Kniffel & Co. gespielt. Aber die Welt von Andor hat mir zum ersten Mal gezeigt, was Brettspiele eigentlich alles können und eine Tür zu neuen persönlichen Dimensionen wurde aufgestoßen. Deshalb wollte ich auch unbedingt mit meiner besseren Hälfte das 2-Personen Spiel von Andor ausprobieren. Ob uns Chada & Thorn überzeugen konnte, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Zu sehen ist das Spiel Chada & Thorn mit dem gesamten Spielmaterial.
Chada & Thorn von Kosmos

 

Das Spiel
Die Legenden von Andor: Chada & Thorn ist ein 2-Personen-Familienspiel von Gerhard Hecht ab 10 Jahren. Es ist bei Kosmos erschienen und dauert ca. 45 Minuten pro Partie. Ziel des Spiels ist es, gemeinsam von einer unbekannten Insel zu fliehen, ohne dabei von einem verfolgenden Fluch eingeholt zu werden.

Zu sehen ist der Spielaufbau des Losspiel-Abenteuers.
Spielaufbau des Los-Spiel-Abenteuers

Zu Beginn entscheiden sich beide Spielende, wer die Rolle des Thorn und wer die Rolle von Chada übernimmt. Dann bekommen beide die entsprechenden Held:innenkarten. Diese zeige Chada & Thorn jeweils von rechts, links und vorne. Sie haben eine Sonnen- und eine Regenseite. Auf den Karten sind unterschiedliche Attributswerte für Laufen und Kämpfen sowie Sonderfertigkeiten abgebildet.

Zu sehen sind die Fluchkarten.
Fluchkarten blockieren das Held:innen-Deck

Hinter jede der Held:innekarten wird eine zufällig ausgewählte Fluchkarte mit der Rückseite nach vorne gelegt. Diese Karten blockieren im späteren Spiel die Züge der Spielenden. Wenn man sich loswerden möchte, muss man die auf der Vorderseite zu sehenden negativen Konsequenzen abwickeln, was meistens die Abgabe von Willenspunkten, das Aufnehmen einer Nebelkarte oder das Bewegen des Fluches darstellt.

Zu sehen ist das Spielmaterial samt der Storykarten.
Insgesamt erwarten uns 4 Szenarien.

Jetzt kann es auch schon losgehen. Insgesamt gibt es 4 Szenarien. Diese bestehen immer aus 2 Einleitungskarten, in denen die Story sowie neue Symbole erklärt werden. Dann gibt es eine Start- und eine Endkarte, die schon mit der Vorderseite nach oben ausgelegt werden. Zu guter Letzt müssen aus den 6 Zwischenetappen, 2 zufällige gezogen und mit der Rückseite nach oben ausgelegt werden. Das heißt, die Spielenden wissen nicht, was sie auf ihrem Weg über die Insel erwarten wird.

Auf der Startetappe sind für beide Held:innen, sowie den Fluch Startfelder abgebildet. Ziel der Held:innen ist es, ihre Zielfelder auf der Endetappe zu erreichen, bevor der Flucht sie fängt. Das Spiel ist sofort verloren, wenn der Fluch eine der beiden Figuren einholt.

Zu sehen sind die Nebelkarten.
Nebelkarten stellen die Gegner:innen auf unserem Weg dar.

Über jeder Etappe wird eine gewisse Anzahl an Nebelkarten bereit gelegt. Diese Nebelkarten stellen Gegenspielende dar, denen Chada und Thorn auf ihrer Flucht über die Insel begegnen. Die Spielenden erhalten sie durch Fluchkarten, bei bestimmten Laufaktionen oder über gewisse Felder während der Etappen. Diese Gegner werden dann immer hinter die letzte Karte des gerade aktiven Kartenstapels gelegt. Sie müssen entweder bekämpft werden oder durch eine Sonderfähigkeit, die immer auf der Nebelkarte selbst abgebildet ist ohne eine Kampf abgelegt werden. Dann gibt es allerdings nicht wie beim erfolgreichen Kampf Willenspunkte als Belohnung.

Sollte einmal eine Nebelkarte gezogen werden müssen und es ist keine mehr im Stapel über der gerade aktiven Etappenkarte, haben die Spielenden ebenfalls sofort verloren.

Im Spiel gibt es zusätzlich auch Freundes- und Ausrüstungskarten, die positive Eigenschaften besitzen und den Spielenden bei verschiedenen Aktionen eine Hilfe sind.

Zu sehen sind die Ausrüstungskarten.
Ausrüstung hat schon so manche Held:innen vor dem Tod bewahrt.

Wenn man an der Reihe ist, muss man eine der 3 vorne liegenden Karten abhandeln. Ist es eine Held:innenkarte, kann man sich entweder für den entsprechenden Bewegungswert bewegen. Dabei zählt, dass die Anzahl der Bewegungspunkte nicht für die Felder sondern für die auf den Feldern abgebildeten Zahlen gilt. Man kann die Sonderaktion auf der Held:innenkarte nutzen, die einem entweder Sonderbewegungen oder das Beschaffen von Ausrüstungskarten ermöglicht. Die letzte Möglichkeit ist der Kampf gegen eine vorne liegende Gegner:innenkarte. Der Kampfwert muss dabei mindestens so hoch sein wie der Widerstand der zu bezwingenden Gegner:innenkarte. Statt einer Held:innenkarte kann dazu auch eine Ausrüstungskarte genutzt werden.

Sollte die Situation eintreten, dass 3 Karten vorne liegen, von der keine abgehandelt und somit ans Ende der Kartenreihe gelegt werden kann, haben die Spielenden auch verloren.

Gewonnen habe die Spielenden, sobald beide Held:innen ihre Zielfelder erreicht haben. Sollte eine:r der beiden das Ziel vor dem anderen erreichen, hat der zurückliegende noch 3 Runden Zeit, sein Ziel ebenfalls zu erreichen, ansonsten habe die Spielenden verloren.

 

Fazit
Es ist nun circa 2 Jahre her, dass wir mit Andor begonnen haben. Seitdem ist unser Spielegeschmack definitiv mehr in den Kenner:innen- & Expert:innen-Bereich gegangen. Das könnte einer der Gründe sein, warum uns Chada und Thorn nicht so ganz überzeugen konnte. Keine Frage, es bringt das Andor-Feeling für 2 Personen gut auf den Tisch. Die Regeln sind leicht, durch die verschiedenen Zwischenetappen gibt es genug Widerspielreiz. Aber so richtig gepackt hat es uns nicht. Wir fanden es oft recht zäh und dann doch zu leicht. Wenn man einmal den Dreh raus hatte und immer schön zusammen geblieben ist, um hohe Bewegungsfelder gegenseitig zu blockieren, um noch weitere Bewegungen zu ermöglichen, gab es nahezu keine Probleme mehr. Alles in allem würde ich sagen, dass es für Andor Liebhaber:innen definitiv mal einen Blick wert ist, aber alle anderen es nicht zwingend spielen müssen.

 

Bewertung/Test
+ Losspiel-Anleitung & -Abenteuer
+ Andor-Feeling für 2 Personen
– zu leicht
– zähflüssig

 

(Eine Rezension von Sarah E.)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“2-Personen-Spiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre

Die Legenden von Andor: Chada & Thorn (2015)

Spielidee: Gerhard Hecht
Grafik: Michael Menzel
Verlag: Kosmos
Anzahl der Spielenden: 2
Altersempfehlung Verlag: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten

Generationentauglichkeit: Eher nein. Die Symbole auf den Etappenkarten sind zum Teil recht klein gedruckt und die Monster auf den Nebelkarten manchmal auf für jüngere Kinder ziemlich gruselig gestaltet.